StartseiteNeuigkeitenMitwirkungsgremienSchulkonzeptBOTGanztagTag der offenen TürKompetenzentwicklungSchulsozialarbeitSchulstrukturFördervereinSchulgeschichteSchulchronikWWW-LinksSitemapKontaktImpressum



Aus der Schulgeschichte



 

Die Gemeinde Möser, zeitweise auch Kirchmöser oder Moser bezeichnet, wurde 1387 erstmalig urkundlich erwähnt. Sicherlich wurde sie beträchtlich früher gegründet. Hier lebten leibeigene Bauern, die für verschiedene weltliche und geistliche Gutsherren fronen mußten.

1620 erwarb der Magdeburger Domherr von Görne das Gut und Dorf Möser. Etwa 200 Jahre verblieb Möser unter der Herrschaft von Görne.

 

Im Zuge der Bodenreform von Stein / Hardenberg wurde das Rittergut 1816 an 18 Bauern des Dorfes verkauft. Diese bildeten eine Interessengemeinschaft und teilten das Ackerland in 18 Landstreifen auf. Das Wiesengras wurde gemeinsam gemäht und gleichmäßig verteilt.

In den Jahren 1835/36 wurde eine Dorfschule gebaut, die noch heute als Wohnhaus genutzt wird. Der Bau kostete 821 Reichstaler und 14 Silbergroschen. Es entstand ein Lehmfachwerkbau mit Ziegeldach.

 

Das Gebäude enthielt:

1 Lehrerwohnung ( 2 Zimmer, 1 Küche)
1 Klassenzimmer ( Platz für 42 Kinder)
2 Kammern

 

Bis zum Jahre 1888 musste Schulgeld gezahlt werden. Für einen Buchstabier - und Leseschüler mussten im Jahre 1750   18 Groschen und für einen Schreibschüler 1 Taler von den Eltern entrichtet werden.

 

Der Dorfschulmeister konnte sich und seine Familie nicht allein vom Schulgeld ernähren. Deshalb übte er auch das Schneiderhandwerk aus.

1875 betrug die Schülerzahl 84. Sie wurden in den Fächern Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet.

 

 

Zur Grundausstattung der Schule gehörten:

1 Wandkarte der Provinz Sachsen
1 Wandkarte des Deutschen Reiches
1 Wandkarte von Palästina
1 Lineal
1 Zirkel

 

Die Dorfkinder besuchten nicht regelmäßig die Schule, da sie bei der Frühjahrsbestellung, Ernte oder im Haushalt helfen mussten. Bestehende Schulregeln mahnten die Kinder zur Pünktlichkeit, zu Fleiß, Bescheidenheit, Höflichkeit und Keuschheit des Herzens.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Möser wegen seiner reizvollen Lage ein Ausflugsort für die Bewohner der Stadt Brandenburg. 1904 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Es wurde der Bahnhof "Gränert" gebaut.

Zur Zeit des 1. Weltkrieges wurde auf dem Gelände zwischen Möser und Plaue eine staatliche Pulverfabrik errichtet. Viele tausend Arbeiter fanden hier eine Beschäftigung. Sie waren in Wohnbaracken untergebracht oder fuhren täglich zur Arbeit. Der Ort Möser wurde direkt Eisenbahnstation und erhielt den Namen Kirchmöser. Die Einwohnerzahl wuchs von 228 (1913) auf 4285 (1927).

 

Die einklassige Dorfschule reichte für die Kinder bald nicht mehr aus. Zwei neue Schulen wurden erbaut:

 

1923 - Schule Kirchmöser West

1928/30 - Schule Kirchmöser Ost

 

1930 wurde der Schulbetrieb in der Dorfschule eingestellt und in den beiden neuen Volksschulen fortgeführt.

Nach dem 2. Weltkrieg, im Jahre 1952, wurden die Gemeinden Kirchmöser und Plaue in die Stadt Brandenburg eingemeindet.

Die beiden Schulen in Kirchmöser West und Kirchmöser Ost wurden bis 1991 als Polytechnische Oberschulen (POS) geführt. In ihnen wurden die Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse unterrichtet. Sie wurden in folgenden Fächern ausgebildet:

Deutsch
Mathematik
Russisch
Englisch
Biologie
Chemie, Physik
Geographie
Musik
Kunst
Sport
Werke
Polytechnik
Geschichte
Staatsbürgerkunde

 

Mit der Wende in der DDR veränderte sich 1990/ 91 auch die Schullandschaft in den Stadtteilen Kirchmöser und Plaue.

 

 

( P. Schlegel )

 

Es existierten 3 Grundschulen für Schüler der 1. - 6. Klasse.

In Kirchmöser West die "Schule Kirchmöser West", Städtische Grundschule, die im Jahr 2000 wegen sinkender Schülerzahlen geschlossen wurde und in Plaue die "Geschwister Scholl Schule" - Städtische Grundschule, die im Jahr 2003 geschlossen wurde.

In Kirchmöser Ost befindet sich noch heute die "Schule Kirchmöser Ost", Städtische Grundschule.

Aus der "Polytechnischen Oberschule Kirchmöser West" entwickelte sich außerdem die "Gesamtschule Kirchmöser", Städtische Gesamtschule für Schüler der 7. bis 10. Klassen.

Die "Gesamtschule Kirchmöser" erarbeitete sich ab 1993 eine neue Schulstruktur. Es entstand eine Gesamtschule mit Ganztagsangebot.

Im Schuljahr 2003/2004 reifte die Idee einer Neuprofilierung der Schule durch Verbindung der Schule mit berufsvorbereitender Praxis.

Seit dem Schuljahr 2004/2005 wird mit Unterstützung von Betrieben und sozialen Einrichtungen nach diesem neuen Konzept (siehe homepage) gearbeitet.

Die  Schule trägt seit 15. Januar 2005 den Namen "Berufsorientierte Schule Kirchmöser" Städtische Oberschule.

 

(S. Osadnik)

 

 

verwendete Literatur:

Stadtarchivmaterial
Kulturspiegel Brandenburg a. d. Havel 2/ 94
Helmut Silber (Schulsachen - Aus der Geschichte der Dorfschule zu Möser)
Stadtarchivmaterial
Kulturspiegel Brandenburg a. d. Havel 4/ 65
Zeitz, Stadtarchivar (Aus der Geschichte des Brandenburger Ortsteils Kirchmöser)

 

nach oben